Peenemünde.

Peenemünde gehörte über viele Jahrzehnte zu den geheimnisvollsten Orten der Insel. Der Ort war teilweise von der Karte der Insel Usedom verbannt und stand auf der einen Seite für technische Faszination und auf der anderen Seite als symbolischer Ort für die Verbrechen des Nationalsozialismus.

Im Jahr 1282 wird Peenemünde in einer Urkunde des Herzogs Bogislaw IV. erstmals erwähnt und der Ort an die Stadt Wolgast verschenkt. Peenemünde, teilweise einer der größten Orte der Insel, erlangte durch die Errichtung der Schwedenschanze im Jahr 1630 strategische Bedeutung. Die Lage des Ortes ermöglichte die Kontrolle des Peenestromes. Im 19. Jahrhundert verlor Peenemünde an Bedeutung und war mit ca. 500 Einwohnern ein kleines Fischerdorf, wie es auf der Insel viele gab.

Im Jahr 1936 errichtete das NS-Regime die Heeresversuchsanstalt zur Entwicklung von Großraketen für militärische Zwecke. Zu dieser Einrichtung gehörte ab dem Jahr 1943 auch ein KZ-Außenlager. Für die Ingenieure um Wernher von Braun bot die geheime Stadt Peenemünde perfekte Rahmenbedingungen für ihre Arbeit. Teilweise lebten und arbeiteten in dem riesigen Gebiet, welches zum streng gesicherten Sperrgebiet avancierte, 15.000 Menschen.

Am 3. Oktober 1942 gelang es nach einigen kostspieligen Fehlstarts erstmals einen Raketenstart zum Erfolg zu führen. Im Hinblick auf den dramatischen Kriegsverlauf des 2. Weltkrieges setzten Hitler und seine Gefolgsleute alle Hoffnungen auf die vermeintliche „Wunderwaffe“. Von Peenemünde wurden hunderte Raketen vom Typ A4/V2 abgeschossen.

In der Nacht vom 17. auf den 18. August 1943 erfolgte mit der „Operation Hydra“ die erste Bombardierung der Heeresversuchsanstalt Peenemünde durch die britische Royal Air Force.

Nach Kriegsende blieb das Gebiet gesichertes Sperrgebiet und wurde zunächst 1945 bis 1952 als sowjetischer Marine- und Luftwaffenstützpunkt genutzt. Ab 1952 ging der Standort an die NVA der damaligen DDR über. Erst 1993 wurde der Standort endgültig aufgelöst.

Heute, nach der bewegten Zeit von Peenemünde, stehen noch zwei der großen Gebäude der ehemaligen Heeresversuchsanstalt. Das verfallene Sauerstoffwerk und das Kraftwerk, in dem sich seit 2001 das Historisch-Technische Museum befindet.

In befinden sich in Peenemünde noch weitere Sehenswürdigkeiten. Im Hafen von Peenemünde liegt ein ausgedientes russisches U-Boot, die Gedächtniskapelle für Gustav Adolf von Schweden, die Phänomenta oder auch das Spielzeugmuseum.

Hafen Peenemünde Usedom
Peenemünde U-Boot Usedom
 
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