Geheimnisvolle Insel Usedom: Das verschwundene Dorf Damerow

Aktualisiert: März 9


Schloss am Haff.
Strand bei Koserow auf Usedom.

Die Insel Usedom birgt viele Geheimnisse. Es verschwanden an einigen Stellen ganze Ortschaften. So ist es überliefert. Wenn man heute auf die Umrisse der Insel schaut, so gibt es eine sehr schmale Stelle. Sie liegt in der Höhe Koserow. Es scheint fast, als wollten sich Ostsee und Achterwasser an dieser Stelle vereinigen. Strand, Düne, die Bundesstraße 111 (zwischen Swinemünde und Wolgast), Wiese und dann bereits der Schilfgürtel des Achterwassers kommen sich an dieser Stelle sehr nah. Genau in diesem Bereich befand sich einmal das Dorf Damerow. Die Bewohner dieses Dorfes waren arme Fischer, die mit ihren kleinen Fischerbooten und dem einfachen Fanggerät nicht auf die offene Ostsee hinausfahren konnten. Seit langer Zeit mussten die Fischer von Damerow einen harten Kampf bestehen. Wenn der Sturm aus Nordost die Wassermassen an diesen Küstenbereich trieb, mussten die Fischer eilig die Dämme mit Sandsäcken sichern, um ihr weniges Hab und Gut zu sichern. Wenn sich der Sturm zu einem Orkan entwickelte, blieb nur noch die Flucht auf den Dachboden der kargen Fischerhütten. Oft blieben nach solch stürmischen Ereignissen nur die wandlosen Pfosten der Häuser stehen. Die wände der Häuser hatte die stürmische See mitgerissen.


Damerow, so die Geschichte, wurde immer wieder von solch übermächtigen Sturmfluten heimgesucht. Die damalige Obrigkeit unterstützte die Fischer von Damerow in ihrem mutigen Kampf gegen die Naturgewalten nicht. Man beschränkte sich darauf von den Fischern Zins und Steuern einzutreiben.


Die Sturmfluten der Jahre 1872 und 1874 zerstörten das Dorf vollständig. Die Fischer von Damerow gaben den Kampf auf und zogen sich in andere Gemeinden der Insel Usedom zurück.

Zur Jahreswende im Jahr 1904 wurde die Insel bei einer starken Sturmflut in zweit Teile zerrissen. Das Schicksal von Damerow, wie es einmal war, wurde damit endgültig besiegelt. Seit dieser Zeit ranken sich um diesen Ort viele Sagen, die von den Generationen überliefert sind. Eine dieser Sagen berichtet davon, dass auch die versunkene, glanzvolle Stadt Vineta in räumlicher Nähe von Damerow angesiedelt war. Sagen haben die Eigenart, dass ihnen oft tatsächliche historische Ereignisse zugrunde liegen, sich jedoch durch die Überlieferungen und fantasievollen Hinzudichtungen, ein immer glanzvoller werdendes Bild ergibt.


So soll es vor fast eintausend Jahren eine wendische Handelsstadt gegeben haben, die sich Jumne nannte. Im weiteren zeitlichen Verlauf änderte sich dieser Name dann zu dem Namen Vineta. In den Archiven gibt es wenig Auskunft zu diesem Ort. Es soll jedoch eine bedeutende Stadt gegeben haben, die ein großer Warenumschlagsplatz gewesen sein soll. Funde arabischer Münzen deuten darauf hin, dass diese Stadt Handelsverbindungen bis in die arabischen Regionen gehabt haben könnte.




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